Leserbrief: Volksbegehren: Verantwortung für die Zukunft

Das Volksbegehren “Ja zum Erhalt der Gynäkologie, Geburtshilfe und Kinderheilkunde am Krankenhaus Dornbirn” ist ein dringender Appell für die Zukunft der Frauengesundheit in Vorarlberg. Es geht nicht nur um die Geburtenstation, wie oft verkürzend berichtet wird, sondern um den Erhalt hochqualitativer Abteilungen wie das Brustkrebszentrum, das Beckenbodenzentrum, die einzige Missbrauchsambulanz Vorarlbergs und eine auf ME/CFS spezialisierte Kinderheilkunde. Die geplante Verlegung dieser Einrichtungen gefährdet den über Jahre aufgebauten medizinischen Standard. Zertifizierungen und Infrastruktur lassen sich nicht einfach verpflanzen, sondern es dauert wiederum lange Zeit, bis sie an einem anderen Standort die gleiche Qualität erreichen. Zudem wurden in den vergangenen Jahren mehrere Millionen an Steuergeldern in die größte Geburtenstation des Landes investiert, mit der Absicht, ein ganzheitliches Eltern-Kind-Zentrum für die Region Rheintal aufzubauen. Die scheinbar willkürliche Kehrtwendung im Herbst kurz vor der Reformpräsentation bleibt bis heute unzureichend begründet. Die Initiatorinnen des Volksbegehrens fordern zu Recht Mitbestimmung für die betroffene Bevölkerung und für Fachkräfte, deren Expertise bisher negiert wurde. Dieses Volksbegehren steht für demokratische Mitbestimmung und eine sichere, wohnortnahe Gesundheitsversorgung, die zukunftsfähig ist. Niemand wehrt sich gegen Reformen, wenn sie sinnvoll und nachvollziehbar sind. Wenn sich aber Fehlplanungen einschleichen, zeugen Einsicht und Umkehr von persönlicher Stärke und politischer Verantwortung.
IG Geburtskultur a-z: Brigitta Soraperra sowie Anka Dür, Birgit Kalb, Hanna Naphegyi, Hannah Gabriel, Manon Wallenberger, Natalie Gmeiner, Olivia Grassl, Sophie Kindler