Leserbrief: Zum Volksbegehren für den Erhalt der Geburten- und Kinderstation in Dornbirn

Leserbriefe / 27.04.2026 • 14:40 Uhr
Leserbrief: Zum Volksbegehren für den Erhalt der Geburten- und Kinderstation in Dornbirn

Um ein qualitativ hochwertiges Gesundheitssystem aufrecht und finanzierbar zu erhalten, sind enorme Investitionen, weit in die Zukunft reichende Planungen und ja, auch Zusammenlegungen notwendig. Geburtenstationen haben aber eine besondere Bedeutung in Krankenhäusern: Wie kaum in einem anderen medizinischen Fachgebiet sind hier neben technischen, organisatorischen und finanziellen Kriterien auch die Wohnortnähe sowie soziale und emotionale Aspekte zu berücksichtigen. Eine Station wie jene in Dornbirn, welche offensichtlich beste medizinische Leistungen erbringt, gut organisiert ist und vor allem das Vertrauen der Bevölkerung genießt, lässt sich nicht so einfach in eine andere Stadt verfrachten. Das Argument der Politik, wonach nur eine Zusammenlegung der zwei Geburtenstationen am Standort Bregenz die Qualität der Versorgung sicherstellen könne, ist wenig überzeugend und widerspricht der Tatsache, dass in den letzten Jahren massiv in die Infrastruktur der Abteilung in Dornbirn investiert und die medizinische Kompetenz massiv verbessert werden konnte. Demokratiepolitisch bedenklich ist die Aussage, dass “durch das Volksbegehren die gefallenen Entscheidungen nicht rückgängig gemacht werden können”. Auch wenn es rechtlich korrekt ist, dass Ergebnisse von Volksbegehren nicht bindend für die Entscheidungen der Landesregierung sind, ist das Signal an die Bevölkerung doch das, dass jegliche Proteste gegen Entscheidungen der Landesregierung im Keim erstickt werden sollen.

Mag. (FH) Bernd Klisch, Zwischenwasser