Leserbrief: Bürger-Desinteresse bringt Krieg

Leserbriefe / 28.04.2026 • 13:45 Uhr
Leserbrief: Bürger-Desinteresse bringt Krieg

Weltweit schier unlösbare Konflikte. Menschen hungern, werden gefoltert, vergewaltigt, getötet, haben keine Zukunft. Städte und ganze Regionen liegen in Trümmern, Infrastruktur und Lebensräume werden zerstört. Nutznießer sind nur eine kleine Schicht von Kriegsgewinnlern. Die Folgen treffen letztlich auch uns – wirtschaftlich, sozial und klimarelevant. Dieser Tatsache sollten wir mehr Bewusstsein schenken! Was tut sich bei uns in Österreich? Empörung gibt es erst bei persönlicher Betroffenheit. Zum Beispiel, wenn der Preis für Treibstoff steigt. Dieser Ich-Bezug ist eine fatale Prioritätensetzung, ohne die nachhaltigen Spätfolgen zu berücksichtigen. Dass es so weit kommt, liegt auch am politischen Desinteresse der Bevölkerung. Wer sich nicht breit informiert, sich zu keiner gesellschaftspolitischen Fragestellung persönlich äußert und den notwendigen Konsens nicht sucht, fördert Stillstand, ermöglicht Machtmissbrauch und stärkt Korruption. Kein Wunder, wenn daraus autoritäre Führer mit gefährlichen Fantasien hervorgehen. Die Antwort darauf ist nicht Resignation, sondern die Forderung nach mehr echter Mitbestimmung und die Forderung fürs Erfolgsmodell Direkte Demokratie. Die Steuerzahlenden entscheiden besser und kontrollieren konsequenter. Mehr Föderalismus und eindeutige Zuständigkeiten sind notwendiger denn je. Solange Politiker nur auf die nächste Wahl schielen, wachsen Staatsschulden, Frust der Bürger und Handlungsunfähigkeit im Staat. Demokratie lebt nicht vom Zuschauen, sondern von konstruktivem Mitdenken, Mitwirken und Mitentscheiden.

Robert J. Bösch, Lustenau