Vergleich Staatsausgaben A/CH
Zum VN-Artikel „Staatsausgaben aus dem Ruder“, VN vom 21.4.26:
Darin wurden die gesamten Staatsausgaben in Österreich mit 55,2 Prozent und jene der Schweiz mit 32,5 Prozent des BIP beziffert. Formal ist das so richtig, aber es wurden dabei zwei verschiedene Finanzierungssysteme im Gesundheitswesen und bei den Pensionen miteinander verglichen. In Österreich wird die Finanzierung für das Gesundheitssystem bzw. für die Pensionen nahezu zu 100 Prozent staatlich organisiert. Die Schweiz hat im Gegensatz dazu einen hohen Anteil, der durch eine Versicherungspflicht durch private Versicherungen organisiert ist und damit nicht in die staatliche Abgabenquote einfließt. Daher muss bei einem objektiven Vergleich Österreich/Schweiz auch der private Anteil mitberücksichtigt werden. Laut AK Wien beträgt der Anteil der Pflichtbeiträge an private Pensions- und Krankenkassen in der Schweiz ca. 16 Prozent des BIP. Wenn man nun von den o. a. Staatsausgaben der Schweiz von 32,5 Prozent ausgeht und die privaten Träger mit ihrem Anteil von 16 Prozentpunkten hinzurechnet, kommt man auf einen vergleichbaren Wert von 48,5 Prozent für die Schweiz und 55,2 Prozent für Österreich. Bei der Steuer- und Abgabenquote auf Arbeit liegt Österreich bei 47,1 Prozent und die Schweiz bei 23 Prozent. Wenn man auch hier die 16 Prozent Privatversicherungsanteil dazurechnet, ergibt das ein vergleichbares Verhältnis von 47,1 Prozent zu 39 Prozent.
Werner Längle, Lustenau