Viehausstellungen und TBC: Eine Frage der Verantwortung
Mit Interesse habe ich den Bericht zur Viehausstellung in Alberschwende gelesen. Gerade in einer vom TBC-Thema stark betroffenen Region stellt sich eine einfache Frage: Ist es verantwortungsvoll, Hunderte Tiere auf engem Raum zusammenzubringen? In der öffentlichen Diskussion gilt das Rotwild oft als Hauptschuldiger. Gleichzeitig zeigen aktuelle Erhebungen, dass über 97 Prozent der Tiere in der betroffenen Wildregion nicht infiziert sind, eine Pauschalisierung greift hier zu kurz. Zugleich weisen Fälle aus betroffenen Ställen, Tierzukäufe und Testergebnisse darauf hin, dass auch innerhalb der Nutztierhaltung Risiken bestehen, die zu wenig Beachtung finden. Hinzu kommt: TBC-Tests sind nicht unfehlbar. Falsch-negative Ergebnisse können dazu führen, dass infizierte Tiere unentdeckt bleiben und weitergegeben werden. Gerade bei Großveranstaltungen mit vielen Tieren ist dieses Risiko schwer kontrollierbar und steht im Widerspruch zum Vorsorgeprinzip. Es geht nicht um Schuldzuweisungen, sondern um eine ehrliche Ursachenanalyse. Wer nur in eine Richtung blickt, übersieht mögliche eigene Schwachstellen. Eine nachhaltige Lösung wird es nur geben, wenn alle Seiten kritisch hinschauen.
Karin Wolfgang, Lustenau