Leserbrief: Erpresser meldet sich wieder!

Wir werden wieder erpresst. Nein, nicht vom Babynahrungs-Erpresser, der wegen zwei Millionen Euro das Leben unserer Kinder aufs Spiel setzte. Der sitzt inzwischen in deutscher Auslieferungshaft. Nein, von dem im Weißen Haus in Washington. Wir, das sind 452 Millionen Menschen in 27 Staaten der Europäischen Union. Insgesamt rund 25 Millionen Betriebe! Alle werden erpresst. Aus den verschiedensten Gründen, aber alle zusammen von ein und derselben Person und ihren Helfern. Besonders unsere wirtschaftlich erfolgreichen Betriebe, weil sie so gut sind, dass ihre Produkte außerordentlich gern in den USA gekauft werden. Aber auch unsere Autofahrer, weil sie erhöhte Spritpreise ertragen müssen. Folge der militärischen Abenteuer des zurzeit gefährlichsten Mannes der Welt. Unsere Politiker, die ihre eigene Meinung nicht mehr äußern dürfen, weil sie sonst bestraft werden. Mit Missachtung, mit Verächtlichmachung, mit Beleidigungen oder selektiver Bestrafung der Staaten, die sie vertreten. Letzte Woche langte die neueste Erpressermeldung ein. Per eigenem Nachrichtendienst des Erpressers: Zollerhöhung für die EU. Wieder einmal. Aufschlag von 10 Prozent nicht nur für die bei Amerikanern so beliebten europäischen Autos. Und das, obwohl die USA durch ihren unüberlegten, völkerrechtswidrigen Angriff auf den Iran ohnehin einen Teilzusammenbruch der Weltwirtschaft zu verantworten haben! Wann wehren wir uns endlich?
Jürgen Gerdes, Mellau