Leserbrief: Aufwandspauschale

Aufwandspauschale für die Ferienbetreuung – Gemeinde Langen bei Bregenz. Es war einmal ein Bürgermeister, der nicht verstehen wollte, warum Mütter arbeiten gehen. Früher seien Mütter zu Hause bei ihren Kindern geblieben. Leider musste er sich an das Vorarlberger Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz halten. Er suchte nach Schlupflöchern und gab vor, die Mitarbeiter(innen) schützen zu wollen. In seiner Weltanschauung belasten Mütter, die Kinderbetreuung nutzen, die öffentliche Hand. Besonders die Ferienbetreuung war ihm lästig. Zunächst setzte er die Kosten sehr hoch an und hoffte auf wenige Anmeldungen. Doch das Land Vorarlberg griff ein und deckelte die Tarife. Er entwickelte einen fiesen Plan, um die Ferienbetreuung unattraktiv zu machen: Bringzeit erst ab 7.30 Uhr statt 7.15 Uhr, keine zusätzlichen oder geänderten Betreuungsmodule in den Ferien möglich. Aufwandspauschale bei verspätetem Abholen oder Fehlen ohne ärztliche Bestätigung. Für viele Mütter wurde die Ferienbetreuung dadurch unbrauchbar. Manche hätten längere Wege zur Ferienbetreuung in den Nachbargemeinden in Kauf nehmen müssen, ohne den Zeitverlust mit zusätzlicher Betreuungszeit ausgleichen zu können. Andere brachte schon die spätere Bringzeit zum Verzweifeln. Die drohenden Aufwandspauschalen machten die Mütter endgültig wütend. Der Bürgermeister glaubte, alles gesetzeskonform geregelt zu haben. Doch die Mütter wehrten sich mit aller Kraft … Und am Ende sei Herrn Bürgermeister Kirchmann gesagt: Ein Angebot, das am Bedarf der Familien vorbeigeht, kostet viel und nützt nichts.
Angela Schmid, Feldkirch