Drei Todsünden in Rankweil
Es gibt sie wirklich, und es wird uns zugemutet, damit zu leben! Die eine ist: der extrem frühe Abriss des Gasthauses „Sternen“ Richtung Valduna/Göfis. Natürlich entsteht jetzt ein malerisches Bild, wenn man auf das alte Holzgebäude hinter dem „Sternen“ hinaufblickt. Aber ist das alles? War der „Sternen“ nicht ein einzigartiges Lokal in Rankweil, wo sich alle trafen, Arm und Reich und einfache Leute, Handwerker, Intellektuelle, einfach alle? Und jetzt: ein Bauzaun, eine Ruine. Der junge Sternenwirt, jetzt in Muntlix, sagt, er wird sicher nicht zurückkehren. Schande! Die zweite Todsünde in Rankweil: der Gasthof Kreuz. Ein ganz wichtiger Treffpunkt, ein kleiner Fixpunkt für so viele: Kirchgängerinnen, Wallfahrer, Pilger, Fußballer, Sportler, Ranklerinnen, Jugendliche, Alte – immer etwas los; eine Seele von einer Wirtin und einem Wirt, großartiges, ur-Rankweil: Und jetzt: ein verfallender Bau, eine „Gstätten“, seit Jahren. Nicht zum Ansehen. Schande! Die dritte Todsünde: die neue Raiffeisen-Bank gegenüber dem Rathaus. Schrecklich proportioniert. Arg hingestellt. Kein Blick mehr Richtung Basilika möglich. Viel schlechter als der bemerkenswerte Bau davor. Eine Bank hat zu viel Geld. Ortsprägend sind aber alle drei Todsünden. Wozu gibt es da eine Bürgermeisterin, die das alles zugelassen hat? Wozu einen Gestaltungsbeirat? Müssen wir wirklich alles hinnehmen? Unkommentiert? Einfach so?
Andreas Postner, Rankweil