Leserbrief: Falsches Spiel mit Roger Rabbit

Zum Artikel „Aushubdeponie Feldkirch“. Da wurde doch einer von den Feldkirchern zum Bürgermeister gewählt, weil er mit seiner Partei gegen ein Projekt kämpfte und um Stimmen warb, damit er es verhindern könne. Na ja, gemeinsam für ein lebenswertes Tosters und Tisis schaut aktuell anders aus. Politisch ist diese Vorgehensweise von damals verständlich. Ehrlicher wäre aber gewesen, den Wählern reinen Wein einzuschenken. Sogar Grüne fordern mehr Wohnbau, das soll ja was heißen. In Tisis und Tosters wird ständig gebaut, egal ob Wohnungen, Straßen, Leitungen. Dabei fällt logischerweise Bodenaushub an. Und irgendwo muss dieses Material eben hin. Und es ist unsere Erde, die vorher in die Schweiz oder Süddeutschland teuer gekarrt wurde. Da haben keine Initiativen gegen zu viel Verkehr geschrien. Wer jede regionale Deponie ablehnt, verlagert das Problem nur in andere Gemeinden und produziert so mehr Lkw-Kilometer. Eine sachliche Lösung vor Ort ist ehrlicher als reine Empörungspolitik. Auch wenn sie Wählerstimmen bringt. Ich bin Anrainer einer Bodenaushubdeponie in Ludesch und bin froh, dass es diese gibt. Denn dadurch passiert Wertschöpfung und die Lkw bremsen die bergwärts bolzenden Pkw ein. Und hinunter dasselbe – welcher Raser traut sich denn schon, einen langen Lkw auf einer 50er-Straße zu überholen?
Christoph Schneider, Ludesch