Leserbrief: Herbert Kickl ist gegen Einbürgerung von rechtschaffenen Bewerbern

Der freiheitliche Parlamentsklub verfasste am 27. 5. eine Presseaussendung, in welcher Herr Kickl über die Einbürgerung von anspruchsberechtigten Menschen mit Asylstatus herzieht. Mir scheint, er hat keine Ahnung vom Asylrecht und Einbürgerungsrecht. Asylwerber reisen entgegen seiner Aussage in Österreich nicht “illegal”, sondern “irregulär” ein. – Und das tun sie, weil sie keine andere Möglichkeit haben, aufgrund der gegebenen Restriktionen gegenüber Ausländern. Anstatt dass er sich freut, dass Menschen um die österreichische Staatsbürgerschaft ansuchen, die alle äußerst strengen Voraussetzungen erfüllen, verlautbart er: “Die österreichische Staatsbürgerschaft ist unser wertvollstes Gut und kein Ramschartikel, den man jedem nachwirft, der es über die Grenze geschafft hat.” Herr Kickl weiß genau, welch hohe Hürden unsere Gesetzgebung den Bewerbern auferlegt: zehn Jahre Mindestaufenthalt, Unbescholtenheit, Mindesteinkommen, gesicherte Unterkunft, Deutschkenntnisse mindestens Niveau B1, keinerlei Sozialhilfe empfangen usw. Das heißt, diese Menschen sind integriert, bezahlen seit vielen Jahren Steuern und Sozialversicherungsbeiträge und sind ein wertvoller Bestandteil unserer Gesellschaft. Herr Kickl musste selbst keine dieser Voraussetzungen erfüllen, um die österreichische Staatsbürgerschaft zu erhalten. Er erhielt sie durch Geburt.
Peter Biegger, Hörbranz