Leserbrief: Mit KI zu einer schlanken Bürokratie!

Leserbriefe / 05.06.2026 • 12:00 Uhr
Leserbrief: Mit KI zu einer schlanken Bürokratie!

Österreich leidet nicht an Fachkräftemangel. Unser Staat leidet an unnötiger Bürokratie. Während Bürger und Unternehmen jeden Euro erarbeiten müssen, gehen die Kosten der öffentlichen Verwaltung ins Uferlose. Braucht es wirklich immer mehr Dienstposten auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene? Der britische Anthropologe David Graeber prägte dafür den Begriff der “Bullshit-Jobs”. Anstelle von mehr Nutzen ergeben diese höheren Kosten und wenig Effizienz. Dass ausgerechnet jene Kreise, die nach weniger Staat rufen, diese “Bullshit-Jobs” verteidigen, ist absurd. Der Ökonom Mathias Binswanger sagt: Diese sinnlosen Bürokratie-Jobs garantieren Vollbeschäftigung. Es sind jedoch die Arbeitskräfte, die im produktiven Sektor fehlen – in Schulen, Werkstätten, Spitälern, Polizei, Pflege und Ingenieurbüros. Milliarden von Euro Bürokratiekosten pro Jahr sind kein Betriebsunfall mehr. Sie sind vielmehr ein politisches Systemversagen. Die einzige Möglichkeit, diesen aufgeblähten Apparat in vernünftige Bahnen zu führen, ist der Einsatz von künstlicher Intelligenz. KI kann und wird helfen, die überwiegende Zahl administrativer Tätigkeiten schneller, präziser und kostengünstiger zu erledigen als all die Heerscharen in aufgeblähten Amtsstuben. Aber genau davor fürchten sich Politik und Verwaltung. Wer heute KI bremst, schützt keine Arbeitsplätze, sondern fördert Ineffizienz und verschlechtert die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen unseres Staates. Österreich braucht weniger Papiertiger in Organisation und Verwaltung und deutlich mehr Mut zur technologischen Realität.

Robert J. Bösch, Lustenau