Leserbrief: Grenzübergreifender Bahnverkehr in Vorarlberg

Beim Gemeindeforum Mobilität habe ich erfahren, es wird ab Dezember ein verbessertes Angebot im grenzüberschreitenden Bahnverkehr auf den Strecken über Lindau und St. Margrethen geben. Die Strecke Feldkirch–Buchs könne keine zusätzlichen Züge aufnehmen. Freuen wir uns über diese Verbesserungen. Aber blicken wir auch in der Eisenbahngeschichte zurück bis ins Jahr 1872. Denn damals ging das heutige Streckennetz von Lindau bis Bludenz mit den Verbindungen nach Buchs, Lindau und St. Margrethen eingleisig in Betrieb. Die Bahnstrecke über den Arlberg wurde 1884 eröffnet. Die Montafonerbahn fährt seit 1905 zwischen Bludenz und Schruns. Der zweigleisige Ausbau der Strecke Bregenz–Bludenz war 1995 fertig. In den letzten Jahrzehnten haben die drei Länder dieser wichtigen Grenzregion in ihrer gemeinsamen Verkehrspolitik im Wesentlichen versagt. Wir benutzen für den grenzüberschreitenden Schienenverkehr (inkl. Arlberg) noch immer die eingleisigen Trassen aus dem Jahr 1872, vergleichbar mit einspurigen Schotterstraßen. Dabei lagen Pläne für eine leistungsstarke Integration in das internationale Bahnnetz immer wieder auf dem Tisch. Nichts davon wurde realisiert. Statt das endlich anzugehen, setzt die Verkehrspolitik mit einer unbegreiflichen Sturheit auf Straßenbauprojekte und befeuert damit weiter den Personen- und Güterverkehr auf der Straße.
Dr. Karlheinz Zeiner, mobilitaetswende-jetzt.at, Klaus