Leserbrief: Neue Rücksichtslosigkeit auch in Vorarlberg

Leserbriefe / 22.06.2026 • 15:15 Uhr
Leserbrief: Neue Rücksichtslosigkeit auch in Vorarlberg

Die Betroffenen, die dem überflüssigen “Tostner Ast” der Tunnelspinne nicht zustimmen, sollen enteignet werden. Die Verfahren werden von der Landesregierung erneut betrieben, nachdem von Anfang September 25 bis Juni 26 Pause in der Sache war. Argumente der Betroffenen gegen dieses teure Monsterprojekt werden rücksichtslos hinweggefegt. Ihren berechtigten Eigentumsinteressen werden fadenscheinige Begründungen und überholte Zahlen zur Abgasbelastung entgegengesetzt. Die Notwendigkeit der Entlastung der Bärenkreuzung wegen der Feinstaub- und Abgasbelastung hat sich buchstäblich in guter Luft aufgelöst. Alle Vorarlberger Werte zur Luftqualität bewegen sich seit Jahren wieder im grünen Bereich, auch die an der Bärenkreuzung in Feldkirch. Rücksichtslosigkeit spüren auch diejenigen, die unter dem Sparzwang im öffentlichen Bereich am meisten leiden: Kinder, vor allem kranke und behinderte Kinder. Für sie gibt es kein Geld für Therapie, wohl aber für eine rückwärtsgewandte sündteure Betontunnelspinne. Und extreme Rücksichtslosigkeit wird den Menschen gegenüber gezeigt, die die massiven Schulden, resultierend aus dem Tunnelbau, zurückzahlen müssen. Die gefährlichste Rücksichtslosigkeit, gepaart mit Ignoranz und Verantwortungslosigkeit, legen unsere Landespolitiker:innen der Klimakatastrophe gegenüber an den Tag. Der Verkehr wird, obwohl immenser Mitverursacher der Erderhitzung, mit einem Betonmonster weiter gefördert. Die Folgen der Erderhitzung – Trockenheit, Extremwetterlagen, gefährdete Ernährungssicherheit und Trinkwasserknappheit – tragen unsere Kinder. Mehr an Rücksichtslosigkeit und Verantwortungslosigkeit ist schwer vorstellbar.

Alice Hagen-Canaval (Initiative Klimaschutz – Erspart uns die Tunnelspinne), Lustenau