Leserbrief: “e5-Gemeinde” Hörbranz

Hörbranz trat 1991 dem “e5-Programm” des Vorarlberger Energieinstituts bei. Um 2004 wurde unter ÖVP-Bürgermeister Reichart eine Biomasseheizung zur Nahwärmeversorgung des Schulareals errichtet. Durch anschließenden Ausbau dieser Nahwärmeversorgung wurden auch Gemeindeamt, benachbarte Wohnanlagen und Raiffeisenbank versorgt. Unter ÖVP-Bürgermeister Hehle erfolgte ab 2015 die Erweiterung zur Versorgung von “Kronenareal”, Leiblachtalsaal und Musikhaus. Durch diese Pionierleistungen der früheren Hörbranzer Bürgermeister gab es ab 2016 im Nahwärmeversorgungsbereich keine Ölheizungen mehr. Jährlich wurden durch die auf diesem Wege erzeugten ca. 1.800 MWh ca. 62 Tonnen CO²-Emissionen vermieden. Ermöglicht wurden diese weitblickenden Investitionen in das Hörbranzer Nahwärmeprojekt ‚Biomasse-Heizung‘ durch beträchtliche Fördermittel von Bund und Land. Inzwischen wurde von der neugegründeten – und mit absoluter Mehrheit ausgestatteten – Partei “TOP”, unter Führung von Bürgermeister Kresser und Vizebürgermeister Mag. Fischnaller sowie mit Zustimmung des ressortzuständigen Gemeindevertreters Thomas Filler, dieses gesamte Biomasse-Heizwerk (mit 500 kW-Leistung) stillgelegt, der Hackgut-Bunker abgebrochen und die Nahwärmeversorgung auf Gasbetrieb umgestellt. Abgesehen vom Umgang mit beträchtlichen Steuergeldern fragt es sich, ob es eine Kontrolle von Auflagen bei zweckgebundener Gewährung von geflossenen Fördergeldern gibt? Mit dem nunmehrigen Gasbetrieb entsteht Abhängigkeit vom Welt-Gasmarkt, dessen schwankendem Gaspreis und Verfügbarkeit sowie der ansteigenden CO2-Besteuerung.
Siegfried Biegger, Hörbranz