Leserbrief: Noch einmal Hermann Gmeiner

Zum VN-Bericht vom 9. Juli 2026:
Wenn das “Christliche Denken” auch in dieser Geschichte mit “H. Gmeiner” und “Alberschwende” von Bedeutung sein darf, muss ich an zwei fundamental christlich-menschliche Ausrichtungen erinnern, ohne die eine menschliche Kultur nicht bestehen kann: Das ist – über alle Gerechtigkeit hinaus – die Bedeutung des “Erbarmens” angesichts der Verfehlungen (Sünden) der Menschheit und jedes Einzelnen von uns … und damit die unerlässliche Bedeutung der “Vergebung” im gemeinsamen Leben. Hl. Paulus: “Vergebt einander, wie Gott euch durch Christus vergeben hat.” Und Kard. Schönborn: “Ohne Vergebung gibt es keine Zukunft im gemeinsamen Leben der Menschen.” Nun ist es meine tiefe Überzeugung, dass unsere Verstorbenen zu diesem gemeinsamen Leben dazugehören (auch ein H. Gmeiner), denn es besteht eine tiefe, ja verantwortungsvolle Verbindung von uns Lebenden mit unseren Verstorbenen und umgekehrt: Ich sage: Sie lieben uns, und sie bedauern zutiefst ihre Verfehlungen und hoffen auf unsere Vergebung, die Vergebung ihrer “Nachkommen”. Und wir “Nachkommen” sind gerufen, nicht sie zu “richten”, sondern für sie zu beten, auf dass sie Erlösung finden und uns dann empfangen können. PS: Wobei diese meine Sicht nicht ausschlaggebend sein muss für den Umgang mit dem Denkmal bzw. der Büste in Alberschwende.
Peter Mathei, Pfr. i. R., Alberschwende