Leserbrief: Zur Aktion “Tschaggunser Auwald”

Leserbriefe / 15.07.2026 • 15:54 Uhr
Leserbrief: Zur Aktion "Tschaggunser Auwald"

Noch in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts baute die inzwischen nach Bludenz weggezogene Baufirma Jäger im heutigen idyllischen Auwald an der Ill bei Tschagguns unter ohrenbetäubendem Lärm mit einer Brecheranlage Kies ab. Der Schotterbrecher ist Geschichte und das Gelände hat sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem schattenspendenden Auwald entwickelt – wertvoller und naturnaher Erholungsraum für Mensch und Tier. Nach dem Willen des Stromkonzerns des Landes soll nun dieser Wald auf einer Länge von 800 Metern und einer Fläche von 2 Hektar gerodet werden, angeblich um die Hochwassersicherheit zu gewährleisten. Dabei ist die heutige Ill durch die Rückhaltebecken in der Silvretta und die Stollenführung von Partenen nach Latschau ohnehin nur mehr ein Rinnsal, das sich durch die geplante Flussbetterweiterung und vermehrte Sonneneinstrahlung enorm aufheizen würde. Die Fische würden hier regelrecht gekocht werden. Die Wanderwege sollen woandershin verlegt und ein paar Bäume in Partenen oder in Frastanz als Ersatz (?) gepflanzt werden. Das Gemeindeamt Tschagguns stimmt in vorauseilendem Gehorsam den Plänen der allmächtigen Illwerke-vkw zu und will keine Bürgerbefragung mittels Unterschriftenaktion. Eine solche findet nun in privater Initiative im Internet statt: Unter “Rettet den Auwald in Schruns/Tschagguns – Online-Petition” sind BürgerInnen, alle Wanderfreunde und Naturliebhaber aufgerufen, mit ihrer Unterschrift zum Erhalt dieses wertvollen Erholungsraums und Naturjuwels beizutragen.

Edwin Juen, St. Anton i. M.