Leserbrief: Fehlende Transparenz beim Vorprojekt zur S18CP

Die Umsetzung des S 18-Projektes wäre ein weitreichender Eingriff, der vielen bisher formulierten Zielen der Vorarlberger Politik entgegenstünde. Gut ein Drittel der Trasse führt oberflächlich durch die Riedlandschaft. Landwirtschaftlich wertvolle Böden werden dadurch dauerhaft versiegelt und eine neue, internationale Transitroute zu Brenner und Gotthard eröffnet. Die Genehmigungsfähigkeit ist äußerst fraglich, wegen voraussehbarer Überlastung des Anschluss-Knotens Dornbirn West (Messepark/Ikea), miserablem Kosten/Nutzen-Verhältnis und randlicher Berührung eines Natura-2000-Gebietes. Wegen negativer Auswirkungen auf Grundwasser, Klima, Umwelt und Naherholungsräume vor der Haustüre. Die Lustenauer Bevölkerung hat sich in einer Volksbefragung mit großer Mehrheit gegen die S18CP-Variante ausgesprochen. Die Genehmigung des Vorprojektes erfolgte ohne Information der Lustenauer Gemeindevertretung und vermittelt den Eindruck, dass die Meinung der unmittelbar betroffenen Bevölkerung kaum Gewicht hat. Es fehlt an Information und Transparenz. Österreich hat europaweit das zweitdichteste Straßennetz und ist Europameister bei versiegelten Böden. Unsere Vorfahren erschlossen mit Pickel und Schaufel den Bregenzerwald durch die Bahn und realisierten eine Tram von Lustenau nach Dornbirn. Der heutigen Politik fehlt es an Visionen, Innovation und Tatkraft für alternative (vorliegende!) Projekte zum Autoland. Trotz technischer Möglichkeiten, fachlich kompetenter Firmen im Ländle, Millionenförderungen aus der EU und erfolgreicher Beispiele im Ausland.
Eugen Schneider, Lustenau