Leserbrief: Sind Christen Demokratiefeinde?

Leserbriefe / 27.07.2026 • 11:15 Uhr
Leserbrief: Sind Christen Demokratiefeinde?

Ist jede Kritik an Gender- und Querideologien schon demokratiefeindlich? Europäischen Christen wird vorgeworfen, ihre Position sei undemokratisch, mitunter sogar strafbar. Die finnische Ex-Innenministerin und Ärztin Räsänen wurde nach dem “Hassrede”-Gesetz wegen der Veröffentlichung ihrer christlichen Ansichten über Sexualität verurteilt. Diese Vorwürfe kommen oft aus dem akademischen Milieu. Eine Soziologie-Professorin: “Demokratie basiert auf gleichen Rechten für alle und deren Schutz. Daher ist jeder Angriff auf queres Leben ein Angriff auf das demokratische Fundament unserer Gesellschaft.” Die Hessische Erziehungs-Gewerkschaft bezeichnet Angriffe auf Geschlechterforschung als wissenschaftsfeindlich und als Angriffe auf die Demokratie. Bei diesem problematischen Verständnis von demokratischer Auseinandersetzung gelten Anhänger einer traditionellen Ehe nicht mehr als demokratische Konkurrenten, sondern als Antidemokraten. Demokratie ist eine Regierungsform, kein Wertesystem. Jeder darf sich für quere Ideologien einsetzen. Macht er es aber unter dem Etikett “demokratisch”, wird es ideologisch. Papst Benedikt sagte im deutschen Bundestag: Der Mensch muss seine Natur achten und kann sie nicht beliebig manipulieren. Er ist Geist und Wille, aber auch Natur. Sein Wille ist dann recht, wenn er auf seine Natur hört. Er hat sich nicht selbst gemacht. Die Möglichkeiten menschlicher Gestaltung haben Grenzen. Wie kein demokratischer Beschluss die Erde zur Scheibe machen kann, kann dieser naturgegebene Ordnungen übergehen oder naturgegebenes Recht auflösen.

Dr. Wolfgang Hämmerle, Lustenau