Leserbrief: Social-Media-Verbot

Leserbriefe / 29.07.2026 • 13:00 Uhr
Leserbrief: Social-Media-Verbot

Ich halte die aktuellen Pläne für ein Social-Media-Verbot für eine völlig halbgare Lösung. Das eigentliche Problem wird damit gar nicht gelöst, weil man die Verantwortung der Eltern komplett außen vor lässt. Ein Verbot greift viel zu kurz, ohne spürbare Konsequenzen. Aus meiner Sicht würde es viel mehr helfen, die Eltern über saftige Strafen direkt in die Pflicht zu nehmen. Solange Eltern ihre gesetzliche Fürsorgepflicht haben, müssen sie auch für das gerade stehen, was ihre Kinder tun. Dabei befürworte ich ein gestaffeltes Modell: Je älter die Kinder werden, desto mehr Eigenverantwortung tragen sie. Bei jüngeren Kindern müssen die Eltern voll haften. Bei älteren Jugendlichen ab der Strafmündigkeit sollten die Konsequenzen geteilt werden. Für Jugendliche halte ich Geldstrafen für falsch, da diese am Ende die Eltern bezahlen. Sinnvoller ist spürbare Sozialarbeit. Wer alt genug für Social Media ist, muss für Verstöße mit der eigenen Freizeit bezahlen. Wir müssen aufhören, die Erziehung komplett an den Staat oder Tech-Konzerne abzuwälzen. Nur wenn wir die Verantwortung zurück in die Familien holen, packen wir das Problem an der Wurzel.

Erwin Greitler, St. Peter-Freienstein (Stmk.)