Leserbrief: “Bürgerschreck & Atlas – Kinderreise ins Ungewisse?”

Mit Unbehagen habe ich gelesen, dass im Rahmen des Dornbirner Sommerprogramms Dragqueens ein Programm für Kinder gestalten. Vielfalt gehört zu unserer Gesellschaft und begegnet auch Kindern im Alltag. Entscheidend ist für mich jedoch, wie und in welchem Rahmen sie ihnen vermittelt wird. Angekündigt werden “liebevoll ausgewählte Kinderbücher”, Disney-Lieder und ein spielerischer Zugang zu Vielfalt. Doch welche Bücher sind das konkret? Welche Themen werden aufgegriffen? Für welches Alter ist das Programm konzipiert? Und vor allem: Wann erfahren Eltern diese Details? Genau darum geht es mir. Nicht darum, unterschiedliche Lebensentwürfe auszublenden oder zu bewerten, sondern um die Möglichkeit der Eltern, selbst zu entscheiden, welches Angebot sie für ihr Kind und dessen Alter als passend empfinden. Dafür braucht es rechtzeitig konkrete Informationen. Und so bekommt “Bürgerschreck” für mich eine ganz eigene Bedeutung: Nicht Vielfalt erschreckt mich, sondern dass bei einem ausdrücklich an Kinder gerichteten Programm wesentliche Fragen offenbleiben. Wenn es um Kinder geht, müssen Transparenz und das Entscheidungsrecht der Eltern an erster Stelle stehen.
Isabella Feurstein, Sexualpädagogin ESSP® , Hard