Leserbrief: Zivildienst und Militärdienst

Erneut Änderung dieser staatlich verordneten Dienste der jungen Generation an der Allgemeinheit. Das letzte Plebiszit ist noch nicht lange her. Diesmal wird Druck von außen gemacht: Putins Angriffskrieg in der Ukraine, Trumps Nato-Rückzug aus Europa. Das genügt: Es “muss” aufgerüstet werden, der Heeresdienst verlängert und dann dementsprechend der Zivildienst. Die junge, betroffene Generation fragt niemand. Über ihre Köpfe hinweg wird entschieden, beschlossen, was “unbedingt” sein muss. Die junge Generation befindet sich gerade da in einer starken Phase der Verunsicherung, des Ausprobierens, des Sehr-oft-nicht-genau-Wissens, Wie-weiter? Was ihr wirklich helfen würde, wäre die Vermittlung von Zukunftschancen. Das heißt konkret, von Weiterbildung, wirklich qualifizierter Weiterbildung. Genau da müssten die “Reformen” eigentlich ansetzen. Wie wäre es mit Bildungsgutscheinen für diese nächste Generation, also Gleichstellung von Studierenden an Universitäten, Fachhochschulen und eben auch Gratis-Zugängen zu sonst sündteuren Meisterprüfungskursen? Zivildienst, Militärdienst und Freiwilliges Soziales Jahr gäbe es für alle gleich, ganz egal, welchen Geschlechts. Freiwillig könnten alle ihre Zukunft und ihre Bildung wählen, die Zivildienst- und Sozialdienststellen könnten enorm ausgeweitet werden, das Heer muss natürlich auch viel attraktiver werden und gezielte Ausbildungsmöglichkeiten schaffen. Taschengeld und “12-Semester-Bildungsgutscheine”, mit denen man z. B. auch gratis studieren kann, für alle. Und für “Deutsche” gelte eben: Mitmachen oder Zahlen.
Andreas Postner, Rankweil