Leserbrief: Aufgedeckt: Schifftransporte schwangerer Kalbinnen nach Algerien

Jährlich werden rund 34.000 Kälber aus Österreich exportiert – viele davon in Länder außerhalb der EU. Damit eine Kuh Milch geben kann, muss sie ein Kalb gebären. Doch was passiert mit all diesen Kälbern, wenn wir ohnehin einen Milch- und Rinderüberschuss haben? Männliche Kälber werden oft schon früh getötet oder zur Mast ins Ausland verkauft. Schwangere Kalbinnen werden nach Algerien exportiert – offiziell zum “Herdenaufbau”. Jährlich verlassen über 10.000 trächtige Rinder Österreich. Was mit ihnen und ihren Kälbern nach ihrer Ankunft geschieht, ist nicht mehr nachvollziehbar. The Marker aus Vorarlberg und der VGT haben Tiertransporte schwangerer Kalbinnen von Österreich bis nach Algerien dokumentiert. Nach stundenlangen Transporten und einer mehr als einwöchigen Verschiffung über das Mittelmeer werden die Tiere im Tierschutzhochrisikostaat Algerien mit grausamen Schlachtmethoden getötet. Solche Tiertransporte in Länder, in denen kein ausreichender Tierschutz gewährleistet ist, müssen verboten werden. Diese skrupellosen Geschäfte auf Kosten schwangerer Kalbinnen müssen endlich ein Ende haben. Es ist Zeit für einen Wandel. Solange wir Milchprodukte konsumieren, unterstützen wir ein System, das Tierleid verursacht. Wer auf pflanzliche Alternativen umsteigt und auf Milchprodukte verzichtet, kann dazu beitragen, das Leid unzähliger Tiere zu verringern.
Sandra Flatschacher, Fraxern