Leserbrief: Wolfabschuss im Montafon

Zum VN-Bericht vom 4. August:
Der Wolfabschuss im Montafon wird landauf, landab von der Politik und anderen sog. Experten gefeiert, als ob es eine Heldentat wäre. Schwer nachvollziehbar ist der fast schon reflexartige Erlass der sog. ‚Maßnahmenverordnungen‘, ohne jeglichen Vergrämungsversuch und sonstige vorherige Schutzmaßnahmen für Weidetiere, die gem. § 19 TSchG erforderlich wären. In Tirol zeigte das Büro Alpe vor, wie innerhalb eines Zeitraumes von fünf Jahren auf schwierigstem Terrain im Oberen Gericht Herdenschutz möglich ist. Trotz der ständigen Wanderbewegungen von Bären und Wölfen wurde kein einziges Nutztier gerissen. Außerdem forschte das Team zum Erhalt und der Bewirtschaftung von Almen als wichtigem und wertvollem Lebensraum der Zukunft. Anstatt immer wieder auf Abschüsse und Stimmungsmache zu setzen, sollten wissenschaftlich fundierte Lösungen gesucht werden. Dazu gehört die Einhaltung des EU-Artenschutzrechts, guter Herdenschutz und ein konsequentes Vorgehen gegen Wildtierkriminalität. Der Wolf als großer Beutegreifer hilft, übermäßig hohe Wildbestände zu regulieren und die Artenvielfalt sowie Waldverjüngung zu fördern. Alles Eigenschaften, die in Zeiten der großen Hitze wertvoller sind denn je. Für sogenannte ‚Problemwölfe‘ gibt es bereits schon längst rechtskonforme Regelungen für ihren Abschuss. Und das wirksamste Mittel zur Verringerung von Nutztierrissen ist und bleibt ein effektiver Herdenschutz. Für Weidetierhalter eine gezielte und unbürokratische Unterstützung, anstatt auf undifferenzierte Jagd zu setzen.
Mag.a Karin Hüttemann, Innsbruck