Leserbrief: Ceuta

Ceuta – mediales Füllmaterial für das Sommerloch oder Krise? Ersteres sicher, Zweiteres keinesfalls. Der massenhafte Ansturm auf die spanische Enklave Ceuta ist lediglich ein geografisch-punktuelles Hochschießen der ansonsten latenten illegalen Migration. Es zeigt aber auf, wie hilflos die EU bei der Bewältigung der Problematik der illegalen Immigration noch immer dasteht. Gegenseitige Schuldzuweisungen (Duldung durch Marokko, Fehlinterpretation von Gesetzen etc.), Beratungen ohne Ergebnisse usw. setzen sich so seit 2015 fort. Beinahe hat es den Anschein, die EU will gar keine effiziente Lösung des Problems, was ja längst möglich wäre. Dazu zählen konsequente Abschiebung straffällig gewordener Immigranten, Aussetzung des Familiennachzugs und vor allem ein wirklicher Stopp der Immigration (sichere bzw. dichte EU-Außengrenze). Eine Kurzbeurteilung: Politisch zuständig dafür sind die Außenminister, Innenminister, Verteidigungsminister der Mitgliedsstaaten mit deren Pendants in Brüssel. Die Staaten besitzen Marine, Küstenwache, Heer, Luftwaffe, Polizei und Dienste (z. B. Staatsschutz). Warum wird nicht ein multinationales, gemeinsames Kommando mit strategischen, operativen und taktischen Zielen gebildet? Die Staaten stellen die notwendigen Sicherheitskräfte an das Kommando für die sich ergebenden Einsätze ab, wie es bei mil. Missionen (UNO, Nato) seit Jahrzehnten gang und gäbe ist. Natürlich, das Problem liegt im Detail, aber auch das ist lösbar, wenn man will.
Günther Wieser, Lochau