Leserbrief: Rheinholz ist kein Friedhof

Ich, Claus Kergel, leite seit 29 Jahren das Ethik- und Umwelt-Krematorium in Hohenems. Daher möchte ich mich zur Diskussion um den Bestattungswald im schönen Rheinholz Richtung Rheinspitz äußern. Man radelt durch den Wald, kommt ans Wasser und trifft Wanderer, Hundeliebhaber und andere Leute in der Natur. Genau deshalb verstehe ich nicht, warum ausgerechnet dort ein Bestattungsareal entstehen soll. Waldbestattungen sind ein sehr schöner Gedanke, aber das Rheinholz ist kein ruhiger Bestattungswald. Es ist ein gern besuchter Platz am Bodensee. Es gibt hier immer wieder Überschwemmungen. Ein Friedhof sollte ein Friedhof sein, auch wenn es sich dabei um Naturbestattungen handelt. Dort finden Verstorbene ihre letzte Ruhestätte, dorthin kommen Angehörige zum Trauern und Gedenken. Dort sollte es ruhiger, würdevoller sein. Die Verantwortlichen sollten darüber nachdenken, ob das Jogginggebiet und der Hundespazierplatz der richtige Ort für die letzte Ruhestätte sind. Für mich gehört das nicht an denselben Platz. Es wird doch möglich sein, für Waldbestattungen einen Ort zu finden, der stiller liegt und nicht am Bodensee in einem Erholungs- und Naturschutzgebiet.
Claus Kergel, Fußach