Leserbrief: Entbürokratisierung? Für Kleinbetriebe bleibt sie ein leeres Versprechen

Vor wenigen Wochen hat die VN über meinen Fall berichtet: “Walserhaus in Brand – Fass-Sauna im Garten darf nicht in Betrieb genommen werden.” Seither habe ich mich an Ministerien, Landesregierung und Wirtschaftskammer gewandt. Ergebnis: Stillstand. Ich habe rund 8000 Euro in eine fünf Quadratmeter große Fass-Sauna für vier Personen investiert. Sie steht freistehend im Garten und hat keinerlei Verbindung zu meinem rund 200 Jahre alten Walserhaus. Trotzdem darf ich sie aufgrund bürokratischer Vorgaben nicht betreiben. Besonders absurd: Das Wirtschaftsministerium hat mir schriftlich bestätigt, dass beim Bäderhygienegesetz gesetzlicher Anpassungsbedarf besteht und Änderungen bereits Teil des Entbürokratisierungspakets sind. Die Politik weiß also, dass Handlungsbedarf besteht – gehandelt wird trotzdem nicht. Am 11. September soll es dazu Gespräche zwischen Wirtschaftskammer und Gesundheitsministerium geben. Doch was soll dabei für meinen Betrieb kurzfristig herauskommen? Meine Investition ist getätigt, die Sauna steht und darf nicht genutzt werden. Ich frage Landeshauptmann Markus Wallner und Landesstatthalter Christof Bitschi: Wann wird aus den viel beschworenen Worten von Bürokratieabbau, Hausverstand und Entlastung endlich Realität? Ein 200 Jahre altes Walserhaus ist kein Neubau. Eine kleine Gästesauna ist keine Wellnessanlage. Wer kleine Familienbetriebe wirklich stärken will, muss endlich handeln – statt weiter darüber zu reden.
Gertrud Neurauter, Walserhaus, Brand