Leserbrief: Klimakrise und Rondo-Kraftwerk – Wo bleibt das Vorsorgeprinzip?

Leserbriefe / 17.08.2026 • 10:45 Uhr
Leserbrief: Klimakrise und Rondo-Kraftwerk – Wo bleibt das Vorsorgeprinzip?

Wir sind mitten in einer dramatischen Klimakrise und erleben auch in Vorarlberg bereits, was akute Wasserknappheit bedeutet. Ausgerechnet in einem Sommer, der laut Klimaforschern gut als der kühlste unseres restlichen Lebens in die Geschichte eingehen könnte, plant Schwarz-Blau eine Aufweichung des Naturschutzgesetzes, was einem ökologischen Offenbarungseid gleichkommt. Anstatt Vorarlbergs Lebensgrundlagen konsequent zu schützen, wird das Vorsorgeprinzip vernachlässigt. So soll etwa bei der geplanten RONDO-Abfallverbrennungsanlage – neben einer Reihe weiterer ungelöster Risiken – der tiefe Brennstoffbunker im Bereich des sensiblen Ill-Walgau-Wasserkörpers platziert werden. Potenzielle Risse im Beton, die auch erst im Laufe der Zeit auftreten können, stellen eine Gefährdung unseres Trinkwassers dar und bedrohen unser aller Existenz. Weiters beeinträchtigt das Rondo-Kraftwerk das nahe gelegene, geschützte Natura-2000-Gebiet “Frastanzer Ried”. Laut Umweltverträglichkeitserklärung sollen unfassbare 70.000 bis 92.000 Kubikmeter Rauchgase pro Stunde aus dem 45 Meter hohen Schornstein geblasen werden. Damit wird dieser regionalen Wasserreserve ein weiteres unkalkulierbares Risiko auferlegt. Wenn wir jetzt nicht aktiv werden, verspielen wir die Zukunft unserer Kinder und unsere Gegenwart. Als Zivilgesellschaft sind wir gefordert, eine klare Linie zu ziehen und am 21. September um 18 Uhr beim Bürgerprotest vor dem Ramschwagsaal in Nenzing ein unübersehbares Zeichen zu setzen.

Mag.a Marielle Manahl, Gampelün