Leserbrief: VW könnte viel mehr Arbeitsplätze schaffen

Wenn derzeit über mögliche Arbeitsplatzverluste bei Volkswagen und gleichzeitig über eine Spritpreisbremse diskutiert wird, frage ich mich: Warum reden wir nicht stärker darüber, welche neuen Arbeitsplätze durch die Elektromobilität entstehen könnten? VW hätte hier alle Hände voll zu tun. Beim Kauf eines Elektroautos könnte der Konzern dem Kunden gleich ein Gesamtpaket anbieten: Photovoltaikanlage, Stromspeicher und Ladestation – alles aus einer Hand. Der Kunde müsste sich um nichts kümmern. Auch das Laden unterwegs müsste einfacher werden: Kabel anstecken, das Auto wird automatisch erkannt und am Monatsende kommt eine Rechnung. Keine Kreditkarte an jeder Ladesäule, keine verschiedenen Apps und keine komplizierten Mitgliedschaften. Das Navigationssystem sollte außerdem automatisch alle Ladestationen mit Preis, Ladeleistung und Verfügbarkeit anzeigen. Der Fahrer sollte nicht selbst danach suchen müssen. Das wären neue Geschäftsfelder und damit auch neue Arbeitsplätze. Vielleicht sollte die Automobilindustrie weniger darüber nachdenken, wie viele Arbeitsplätze verloren gehen, und mehr darüber, welche neuen sie schaffen kann. Und dann die Spritpreisbremse: Es ist widersprüchlich, mit Steuergeld einerseits erneuerbare Energie und Elektromobilität zu fördern und andererseits Benzin und Diesel zu verbilligen. Wenn wir den Umstieg wollen, sollten wir nicht gleichzeitig den Verbrauch fossiler Treibstoffe fördern.
Wolfgang Mayer, Götzis