Leserbrief: Ein Tunnel, langfristig vielleicht doch die bessere Lösung?

Frau Alice Hagen-Canaval hat in Ihrem Leserbrief “Kapitulation der Vernunft” vom 27. August in vielem völlig recht. Das konsequente Verleugnen von wissenschaftlichen Erkenntnissen und die Überheblichkeit, mit der man vor allem jungen Klimaaktivistinnen und -aktivisten gegenübergestanden ist, haben dazu geführt, dass wir heute eine Suppe auszulöffeln haben, die eigentlich schon viel zu heiß ist. Ich glaube allerdings nicht, dass wir in Zukunft auf Tunnels verzichten sollten, sondern ganz im Gegenteil. Eine Ö3-Jugendstudie hat ergeben, dass für 48 Prozent der 16 bis 25-Jährigen das Auto ein Symbol der Freiheit ist. Übrigens nimmt bei Männern mit zunehmendem Alter die Liebe zum Auto zu (Quelle: auto touring, Mai 2025). Immer mehr Menschen bedeuten auch immer mehr zugelassene Pkw. Wir leben glücklicherweise in einer parlamentarischen Demokratie. Damit sind sehr viele Formen von Freiheit verbunden, z. B. die Reisefreiheit oder das Recht auf individuelle Mobilität. Die andere Seite der Medaille ist die damit verbundene Verkehrsflut. Wohin also mit den Autos? Unter die Erde, in Tunnels. Das Ziel muss sein, dass wir uns Landschaft und Lebensraum zurückholen. Ich hoffe deshalb, dass der Stadttunnel in Feldkirch so dimensioniert ist, dass die verkehrstechnische Grausamkeit mit der dreispurigen diagonalen Durchschneidung der Felsenauschlucht (1979/80) abgebaut werden kann.
Mag. Harald Wäger, Rankweil