Leserbrief: Tödliches Nadelöhr: Wer haftet für die Spitals-Rochade?

Leserbriefe / 31.08.2026 • 14:00 Uhr
Leserbrief: Tödliches Nadelöhr: Wer haftet für die Spitals-Rochade?

Die geplante Verlegung der Geburtenstation nach Bregenz und der Akuttraumatologie nach Dornbirn ist kein durchdachter Strukturwandel, sondern ein absolut verantwortungsloses Spiel mit Vorarlberger Menschenleben. Die gesamte Landespolitik ignoriert beharrlich die verkehrstechnische Realität auf unseren Straßen. Was passiert, wenn ein Schwerverletzter im täglichen Stau des berüchtigten Bregenzer Nadelöhrs feststeckt, wo eine funktionierende Rettungsgasse zu Stoßzeiten oft reine Utopie bleibt? Was, wenn bei einer Sturzgeburt aus dem fernen Bregenzerwald jede Sekunde zählt, die Routen aber komplett blockiert sind? Das Land argumentiert mit theoretischen Konzepten am grünen Tisch. Die Praxis bis 2028 und darüber hinaus sieht völlig anders aus: Unsere ohnehin überlastete Infrastruktur stößt hier an tödliche Grenzen. Eine medizinische Erstversorgung im Rettungswagen ersetzt niemals rechtzeitig den dringend benötigten OP-Saal. Wenn durch diese erzwungene Zentralisierung irreparable gesundheitliche Schäden entstehen oder unschuldige Patienten auf dem Transportweg sterben, reicht ein politisches Achselzucken nicht mehr aus. Wer übernimmt die politische und moralische Verantwortung für diese absehbaren Tragödien? Entscheidungsträger dürfen die Augen vor der Realität nicht verschließen und vermeidbare Risiken auf dem Transportweg ignorieren. Es ist höchste Zeit, diesen logistischen Blindflug sofort zu stoppen. Wir fordern die lückenlose Offenlegung aller Verkehrs- und Sicherheitsgutachten für Hauptverkehrszeiten, bevor es endgültig zu spät ist.

Sabine Windberger, Bregenz