Leserbrief: Ein Eis ist ein Eis. Oder? Und Fasching ist Fasching. Oder?

Der “Sommer im Park” in Dornbirn fand vom 6. bis 8. August 2026 statt – mit einer Dragqueen-Veranstaltung für Kinder. Vom 24. bis 28. August fand “Wienopolis” im Wiener Rathaus statt, eine Kinderstadt für acht- bis 13-Jährige zum Erleben von Demokratie und Mitbestimmung. Bei Wienopolis wurden versehentlich Eispackungen mit sexuellen Werbesprüchen an Kinder ausgegeben. Der Veranstalter gestand diesen Fehler ein. Doch die Frage bleibt: Warum müssen solche sexuellen Anspielungen auf die Verpackung eines Eises? Das Hitschler-Eis ist im Handel erhältlich – für Kinder und Erwachsene. “Nur hart macht’s Spaß”, “Saugen und lutschen erlaubt”, “Lass die Zunge tanzen” – mit welcher Absicht werden solche Sprüche auf eine Eisverpackung gedruckt? Brauchen wir diesen sexuellen “Antörner” inzwischen? Natürlich gehören Liebe, Nähe und Sexualität zum Leben. Aber muss Sexualität immer und überall präsent sein? Sollte es nicht vielmehr unser Ziel sein, unseren Kindern durch das, was wir vorleben und vermitteln, Werte, Halt und Orientierung zu geben? Und bevor wieder Zuschriften kommen – kleinkariert, bieder, verklemmt, hinter dem Mond, zu katholisch oder intolerant – bitte ich schlicht um eine Antwort: Welchen Mehrwert hat eine sexuelle Anspielung auf einer Eisverpackung?
Isabella Feurstein, Sexualpädagogin ESSP®, Hard