Leserbrief: Widerspruch in sich

Die generelle Zunahme der Gewalt, mit der auch bereits unsere Polizisten vielfach konfrontiert sind, erschreckt uns, zugleich aber wird die Freigabe der Gewalt gegen das ungeborene Kind eingefordert. Ein Widerspruch in sich! Abtreibung ist die häufigste Todesursache! Die Psychologie weiß längst, dass wir miteinander vernetzt sind: Die Gewalt im Verborgenen wirkt sich auf uns alle aus. Mutter Teresa, deren 10. Jahresfeier ihrer Heiligsprechung im Stephansdom derzeit gefeiert wird, hat die Unantastbarkeit menschlichen Lebens in ihrer Rede bei der Verleihung des Friedensnobelpreises 1979 in Oslo verteidigt: „Ich glaube, der größte Zerstörer des Friedens ist heute die Abtreibung, denn sie ist ein direkter Krieg,– eine direkte vorsätzliche Tötung durch die Mutter selbst“.” Sie begründet dies mit: Wenn das eigene Kind im eigenen Leib umgebracht werden kann, so kann logischerweise nichts mehr die Menschen davon abhalten, sich gegenseitig zu töten. Wie wollen jene, die dem Recht auf Selbstbestimmung der Frau das Recht des Kindes auf Leben opfern, noch unseren Kindern die Notwendigkeit einer gewaltfreien Erziehung erklären?!
Dr. Gertraud Weggemann-Posch, Bludenz