Leserbrief: Die Scham muss endlich die Seite wechseln!

Leserbriefe / 10.09.2026 • 12:13 Uhr
Leserbrief: Die Scham muss endlich die Seite wechseln!

Die aktuelle Entwicklung im Fall der Ende Juni tot aufgefundenen Frau zeigt nun das wahre Ausmaß, welches Leid ein Mann einer Frau antun kann. Betäubt, missbraucht und das gleich von mehreren Männern, an die sie der eigene Ehemann „verborgt“ hat. Es ist zynisch und unerträglich, wie mit Frauen umgegangen wird. Es ist aber auch bezeichnend, dass Fälle wie dieser es nicht wert waren, dem Europol-Projekt Medusa beizutreten, das die einzige Aufgabe hat, Vergewaltiger-Netzwerke aufzuspüren und die Schuldigen zu bestrafen. Erst politischer und öffentlicher Druck hat das Innenministerium zum Handeln gezwungen. Es wird abzuwarten bleiben, wie lange die Medien Interesse an diesem Fall haben werden, der zeigt, dass Gewalt gegen Frauen die größte Krise dieses Landes ist und großteils noch immer als Kavaliersdelikt behandelt wird. Eines ist sicher: Es darf weder einen Milderungsgrund noch ein Erbarmen für diese Typen seitens der Justiz geben. Das Mitgefühl gilt der toten Frau und ihrer Tochter, die ihre Mutter so vorfinden musste.

Klaudia Frieben, Vorsitzende Österreichischer Frauenring, Wien