Leserbrief: De-Naturierung in Vorarlberg?

In vielen Staaten der Welt wird – Gott sei Dank! – versucht, die Natur nicht weiter zu zerstören. So gibt es auch begrüßenswerte Projekte der EU-Staaten. Zum Beispiel das bereits laufende Projekt AMooRe, das dem Verschwinden weiterer Moorflächen entgegenwirkt. Oder das Renaturierungsgesetz, das generell verhindern soll, dass das Artensterben und der Lebensraumverlust weiter voranschreiten. Daneben gäbe es die Aarhus-Konvention, das Verschlechterungsverbot, die FFH-Richtlinie, die Vogelschutzrichtlinie usw. Bei uns entsteht jedoch der Eindruck, dass all diese Gesetze von der Vorarlberger Landesregierung nicht mehr anerkannt werden wollen. Statt einer Verbesserung unserer Lebensgrundlage – unserer Natur – soll diese durch das neue Naturschutz-Deregulierungsgesetz geopfert werden. All die in den letzten Jahrzehnten durch verantwortungsvolle Landesräte und weitsichtige Naturschützer ins Leben gerufenen Einrichtungen zum Schutze unserer Natur, wie die Naturschutzanwaltschaft, das Mitspracherecht von Naturschutzorganisationen usw. sollen nun mundtot gemacht werden. Viele Verschlechterungen wären dadurch ohne große Ansuchen möglich, große Park- und Abstellflächen dürfen errichtet, Moore entwässert oder aufgefüllt, Uferbereiche abgeholzt, Güterstraßen in die entlegensten Täler gebaut werden usw. Jeder, der mit offenen Augen die Natur und das Klima beobachtet, hat längst erkannt, wie schlecht es bereits um unsere Umwelt steht. Und damit auch um die Zukunft der Menschheit.
Brigitte und Harald Mark, Nenzing