Leserbrief: Kickl und das Klima – bitte mehr Seriosität

Was Herbert Kickl zum Thema Klimaschutz im Sommergespräch am 7.9.2026 sagte, wirkte auf mich größtenteils verstörend. Richtig ist, wie er sagte, dass sich in erdgeschichtlichen Zeiten von rund 4,5 Milliarden Jahren das Klima immer wieder änderte. Richtig ist auch, dass Treibhausgase das Leben auf der Erde erst ermöglichten. Treibhausgase absorbieren einen Teil der von der Erde reflektierten Wärmestrahlen, erwärmen so die Atmosphäre und halten die Durchschnittstemperaturen relativ stabil. Was die „Klimaleugner“ aber verschweigen, ist das Tempo der Veränderungen und die Empfindlichkeit der Menschheit durch die zusätzlichen, menschenverursachten Treibhausgase. Dabei geht es nicht nur um das langlebige Kohlendioxid CO2, sondern u. a. auch um das kurzfristig extrem stark wirkende Methan, um Lachgas und um fluorierte Treibhausgase. Wollen wir auch unseren Kindern und Enkeln eine lebenswerte Umwelt hinterlassen, so muss jedes Land und jeder Mensch Verantwortung übernehmen, ist sein Anteil am weltweiten Ausstoß noch so klein. Kickl redete da nur von Kosten – und verschweigt den vielfachen Nutzen. Raus aus Öl und Gas schafft und sichert langfristig heimische Arbeitsplätze und macht unabhängiger; weniger Fleischkonsum bedeutet weniger Tierleid und mehr Gesundheit. Innovative Industrien schaffen den erforderlichen Wandel – brauchen aber auch eine entsprechende Unterstützung und Solidarität.
DI Hermann Wirth, Dornbirn