Leserbrief: „Kolonialismus“ in Lochau?

Als Stadt-Salzburger, der die landschaftliche Schönheit der Gemeinde Lochau – sowohl herunten am See als auch weiter oben, zum Pfänder hin – zu schätzen weiß, erzürnt mich die Dreistigkeit, einen Wanderweg mit Seeblick „aus privaten Gründen“ einfach zu sperren. Geht’s noch? Die Sperre des eingesessenen, schönen Wanderweges und die eigenmächtige(!) Verlegung in Form einer unattraktiven Variante durch einen reichen und prominenten deutschen Bauherrn erinnert stark an ein kolonialistisches Gehabe. So in der Denkweise „Was gehen mich die Gesetze der doofen Ösis an, hier bin ich der Chef“. Es ist dem Lochauer Bürgermeister Frank Matt uneingeschränkt zuzustimmen, sich das nicht gefallen zu lassen und gegen ein solches präpotentes Verhalten zu klagen. Ob daraus manche deutsche Medien eine Story machen, ist völlig egal. Dazu muss auch gesagt werden, dass ein solcher Zweitwohnsitzbau, mit Ausnahme der – hoffentlich einheimischen – Baufirma, niemandem einen wirtschaftlichen Nutzen bringt! Wohnfläche für Einheimische geht verloren, Infrastrukturkosten für Häuser in dieser Lage werden häufig nicht kostendeckend bezahlt!
Erich Holfeld, Salzburg