Leserbrief: Wolfurt – wohin willst du?

Im Primelweg entstehen derzeit zwei Wohnbauprojekte mit insgesamt 13 Wohneinheiten. Seit Mai 2026 ist für eines dieser Projekte der Primelweg teilweise gesperrt. Die ursprünglich bis August vorgesehene Sperre wurde inzwischen bis Anfang Oktober verlängert. Für die Anwohner bedeutet dies erhebliche Belastungen durch Baustellenverkehr, Lärm und Einschränkungen im Alltag. Darüber hinaus wurden für eines der Bauprojekte Abstandsnachsichten auf drei Seiten gewährt. Zudem erhöhte die Gemeindevertretung Anfang 2026 die Baunutzzahl auf 62,6 und genehmigte die Mitnutzung einer Freihaltefläche. Die Gemeinde begründet ihre Entscheidungen damit, dass keine Versagensgründe vorliegen. Rechtlich mögen diese Schritte korrekt sein. Für die Anwohner bedeuten die beiden Bauvorhaben jedoch gut zwei Jahre Baustellenbetrieb mit Lärm, Staub und Verkehr an sechs Tagen pro Woche. Gleichzeitig entsteht der Eindruck, dass sämtliche Möglichkeiten zur Ausnutzung der Grundstücke ausgeschöpft werden. Unsere zentrale Frage lautet daher: Ist dies der Weg, den Wolfurt künftig gehen möchte? Die Notwendigkeit einer maßvollen Nachverdichtung wird von vielen Anrainern verstanden und mitgetragen. Ob jedoch eine maximale Verdichtung auf Kosten der unmittelbaren Nachbarschaft der richtige Weg für eine lebenswerte Gemeinde ist, darf hinterfragt werden. Muss Verdichtung bis an die Grenzen des Machbaren erfolgen, oder könnten die Interessen von Bauwerbern, Gemeinde und Anrainern ausgewogener berücksichtigt werden?
Tobias Schmidlechner, im Namen von zehn weiteren Bewohnern des Primelwegs, Wolfurt