Leserbrief: Hände weg vom Vorarlberger Naturschutzgesetz!

Leserbriefe / 25.09.2026 • 11:46 Uhr
Leserbrief: Hände weg vom Vorarlberger Naturschutzgesetz!

Nach einem außergewöhnlich heißen Sommer und angesichts zunehmender Wasserknappheit plant die Landesregierung ausgerechnet jetzt massive Verschlechterungen im Naturschutz. Künftig soll für Gebäude in Betriebsgebieten und Siedlungen kein naturschutzrechtliches Bewilligungsverfahren mehr erforderlich sein. Außerhalb bebauter Bereiche soll dieses erst ab 2000 Quadratmetern greifen. Bisher galt grundsätzlich eine Grenze von 800 Quadratmetern. Damit verliert die Naturschutzbehörde wichtige Möglichkeiten, bei großen Bauvorhaben wirksame Auflagen vorzuschreiben: ausreichenden Abstand zu Gewässern, vogelfreundliche Glasflächen, organismenschonende Beleuchtung, heimische Bepflanzung, begrünte Parkplätze und weniger Bodenversiegelung. Gerade auf großen Flächen können solche Vorgaben entscheidend zum Schutz von Natur, Landschaft und Lebensqualität beitragen. Wer heute Genehmigungen abschafft, nimmt morgen zerstörte Lebensräume, überhitzte Siedlungen und weitere Artenverluste in Kauf. Das ist keine Vereinfachung, sondern politisches Versagen mit schweren langfristigen Folgen. Was als “Entbürokratisierung” verkauft wird, ist in Wahrheit ein Rückschritt zulasten unserer Umwelt und kommender Generationen. Statt Schutzstandards abzubauen, braucht Vorarlberg strengere Regeln für Gewässer, Vögel und Biodiversität. Ich ersuche die Landesregierung eindringlich, dies noch einmal zu überdenken. Wirtschaftliche Interessen dürfen nicht über den Erhalt unserer Lebensgrundlagen gestellt werden. Ein lebenswertes Vorarlberg entsteht nicht durch weniger Naturschutz, sondern durch mehr Verantwortung. Macht unser Ländle nicht kaputt. Schützt es!

Edna Fitz, Lustenau