Leserbrief: “Kirchenstatistik und Austritte”

Leserbriefe / 02.10.2026 • 12:14 Uhr
Leserbrief: "Kirchenstatistik und Austritte"

Zum VN-Bericht vom 24.9.2026

Zitat: “Im vergangenen Jahr kehrten der katholischen Kirche in Vorarlberg 3357 Personen den Rücken. Gleichzeitig beobachten wir eine neue Entwicklung hin zu einem Wiederentdecken des Glaubens im Erwachsenenalter …” (Petra Vonier-Pösel). Was mich dazu immer wieder zum Kommentar provoziert: Die jungen Leute, die austreten, treten doch allermeist nicht aus dem “Glauben” aus, sondern aus der Kirche als staatlich verwaltetem “Verein”. Deshalb ist der Austritt bei der Bezirkshauptmannschaft zu tätigen und wird so erst der Diözese bzw. der Pfarre gemeldet. Worum es mir aber geht: Weil die Amtskirche den Austritt grundsätzlich als “Glaubensaustritt” (“Glaubensabfall”) beurteilt, ist es einem “Ausgetretenen” kirchenrechtlich versagt, als “Taufpate” infrage zu kommen. Ebenso wenig als “Firmpate”. Und da melde ich meinen Zweifel an, ob Kirchenaustritte allgemein als persönliche Absage an den “Glauben” bewertet werden können. Ich möchte im Gegenteil davon ausgehen, dass die meisten von ihnen an Gott und an Jesus als Sohn Gottes glauben; dass also kaum ein Austrittswilliger ausdrücklich erklären würde: “Ich glaube nicht, dass es einen Schöpfergott gibt, und schon gar nicht einen ewigen Sohn namens Jesus Christus … Ich glaube vielmehr: Das Universum und wir Menschen sind Produkt einer zufälligen Entwicklung der Materie, und die ‚Kirche‘ ist die Bewegung einer mächtig anziehenden ‚Sekte‘.”

Peter Mathei, Alberschwende