Leserbrief: Naturschutzgesetz

Lieber Herr Moosbrugger, das müssten Sie doch wirklich besser wissen! Es ist schon richtig: Die Mehrheit der Bäuerinnen und Bauern macht sich um den Umweltschutz verdient. Aber nicht wenigen ist er vollkommen egal. Hier einige Argumente, die sehr wohl berechtigen, von Naturzerstörung durch Bauern zu sprechen: Wenn Bauern in regenarmer Zeit illegal Wasser aus der Bregenzerach pumpen, um ihre Wiesen zu bewässern (selbst gesehen), wenn Bauern bis an den Rand von Gewässern (und in diese hinein) düngen (selbst gesehen), soll der Schutzbereich von Ufern auf null gesenkt werden? Sie werden auch wissen, dass große landwirtschaftliche Flächen in Vorarlberg von gleichgültigen Bauern vollkommen überdüngt wurden. Von ihnen wurde jahrelang Klärschlamm in viel zu hohen Dosen auf Böden ausgebracht, um billige Profite zu machen. Immer wieder hören wir von Bauern, die Tierwohl offensichtlich als sekundär betrachten. Und Sie meinen, dass die Kompetenzen der Naturschutzanwältin reduziert gehören? Dass die geplanten Lockerungen im Naturschutzgesetz nicht weitreichend genug sind? Hallo! Kann es vielleicht sein, dass Sie mit Ihren Aussagen Ihre Parteifreunde in der Landesregierung bei deren Kahlschlag unterstützen möchten?
Herbert Koschier, Lustenau