Leserbrief: Wirtschaftlicher Schaden

In seiner Kolumne zählt Eduard Fischer die neu eingeführten Steuern sowie einige Steuererhöhungen auf. Beim Lesen kommen mir tatsächlich die Tränen – allerdings nicht nur wegen der finanziellen Belastung. Am Tag des Erscheinens des Artikels hatte ich einen Termin beim Hautarzt, auf den ich zwei (!) Jahre gewartet hatte. Bereits im Herbst 2025 hätte ich einen Termin gehabt, musste ihn jedoch drei Monate vorher absagen. Daraufhin bekam ich erneut erst ein Jahr später einen Termin. Es ging um eine Vorsorgeuntersuchung, Dauer: 17 Minuten, welche ich ohnehin selbst bezahlen muss. Da mein Arbeitgeber Verluste macht, weil ich während meiner Abwesenheit nicht arbeiten kann, wollte ich bei dieser Gelegenheit auch gleich eine längst überfällige Untersuchung beim Hausarzt erledigen. Das Wartezimmer war voll. Gleichzeitig hörte ich, wie nahezu ununterbrochen das Telefon läutete, ohne dass die Assistentin einen Anruf entgegennahm. Nach eineinhalb Stunden verließ ich die Ordination unverrichteter Dinge, da ich nicht noch länger von meinem Arbeitsplatz fernbleiben wollte. Die Vorstellung, dass Arztbesuche vollständig durch den Arbeitgeber bezahlt würden, ist angesichts solcher Überlastungen eine romantische Theorie. In der Realität entstehen dadurch nicht nur erhebliche Belastungen für die Patientinnen und Patienten, sondern auch ein beträchtlicher wirtschaftlicher Schaden. Wer glaubt, dass das mit den neuen Abgaben besser wird, hebe bitte die Hand.
Daniela Bergler, Feldkirch