Leserbrief: Schwarz-Blau irrt uns hinab

Kürzlich lief im Spielboden der Wissenschaftsfilm „Das Gewicht der Welt“. Darin beschrieb ein Chemiker den Ansatz der Naturwissenschaften: „Wir irren uns empor.“ Eine treffende Charakterisierung des empirisch-wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritts durch Versuch und Irrtum. Grundsätzlich gilt: Die wissenschaftliche Erkenntnis schreitet stetig voran, da sie auf bereits bestehendem, unbestrittenem Wissen aufbaut. In der aktuellen Landespolitik, konkret bezogen auf die geplante Novelle des Gesetzes für Naturschutz und Landschaftsentwicklung, verhält es sich momentan andersrum. Hier handelt die schwarz-blaue Landesregierung nach dem Motto „Wir irren uns hinab.“ in verantwortungsloser Art und Weise. In Zeiten, in denen die Auswirkungen des Klimawandels für alle im Alltag sichtbar werden, den Naturschutz zu beschneiden und der Wirtschaft in Bezug auf Bauvorhaben und Flächenversiegelungen weitgehend freie Hand zu lassen, verhöhnt die Erkenntnisse der Klimaforschung. Vielmehr wird unser CO2-Fußabdruck, an dem die Bauwirtschaft einen großen Anteil hat, weiter vergrößert und gleichzeitig werden die Naturflächen, die im Gegenzug Kohlenstoff speichern können, weiter verkleinert. Eine fatale Kombination und ein Irrweg, der auf lange Sicht die Volkswirtschaft teuer zu stehen kommen wird.
Karl Oberhofer, Altach