Leserbrief: Sind alle Kinder gleich viel wert?

LH Wallner hat heuer im Sommergespräch erklärt, jedes Kind sei gleich viel wert. BK Stocker hat erklärt, jedes armutsgefährdete Kind sei eines zu viel. Die Sozialhilfe NEU soll Armut verhindern und gleichzeitig 200 Mio. einsparen. Dabei wird die Not der Ärmsten, nämlich jener Menschen in der Grundversorgung, konkret der ukrainischen Kriegsvertriebenen, ignoriert. Der Basisbetrag der neuen Sozialhilfe soll 1016 Euro betragen. Asylberechtigte starten mit 861 Euro. Für das 1. Kind gibt es 307 Euro. Vermutlich haben hier Experten berechnet, womit man bei uns gerade noch einigermaßen leben kann. Sozialhilfeempfänger bekommen außerdem zusätzlich Mietbeihilfe, Familienbeihilfe, Heizkostenzuschuss usw. Menschen in der Grundversorgung bekommen nichts dergleichen. Erwachsene erhalten aktuell monatlich 215 Euro und schulpflichtige Kinder 157,50 Euro. Die Beträge wurden nicht an die Inflation angepasst. Ukrainische Kriegsvertriebene erhalten keine Wohnbeihilfe und auch die Familienbeihilfe wurde heuer gestrichen. Eine Mutter mit zwei Kindern kommt so auf insgesamt 530 Euro. Das sind knapp 18 Euro pro Tag. Das reicht in Vorarlberg allein fürs Essen nicht, geschweige denn für Kleidung, Hygiene, Schule oder Gesundheit. Da reden wir nicht mehr von “Armutsgefährdung”. Das ist entwürdigend. Ich appelliere daher dringend an die Verantwortlichen, im Rahmen dieser Reform die Leistungen der Grundversorgung zumindest an die Sozialhilfe anzugleichen, damit wenigstens gleichaltrige Kinder gleich viel wert sind.
Mag. Peter Neugebauer, Lauterach