Leserbrief: Equal Pay Day – 17,6 Prozent weniger Lohn für Frauen

Ab 5. November arbeiten Frauen statistisch gesehen gratis. Sie haben dann das Einkommen erreicht, das Männer erst am 31.12. erreichen werden. Österreich hat damit einen der höchsten Einkommensunterschiede in Europa, was eine große Ungerechtigkeit bedeutet. Trotzdem ist Österreich bei der Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie säumig. “Gleicher Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit” ist ein wichtiger Teil zur sozialen Absicherung. Ungleiche Bezahlung bedeutet Lohn- und Sozialdumping sowie Nachteile vor allem bei der Pensionshöhe von Frauen. Es geht aber auch um nachvollziehbare Entgeltstrukturen, klare Auskunftsrechte und wirksame Möglichkeiten, Entgeltdiskriminierung aufzudecken und zu beseitigen. Die Rechte der Beschäftigten werden damit aufgewertet. Wir erwarten also, dass die Politik rasch Verantwortung übernimmt und einen Begutachtungsentwurf vorlegt, um den Weg für gerechte Einkommen in Österreich freizumachen, und haben dazu alle Regierungsmitglieder in einem offenen Brief persönlich aufgefordert.
Klaudia Frieben, Vorsitzende Österreichischer Frauenring, Wien