Leserbrief: “Ja, dürfen’s denn des?”

“Ja, dürfe’s denn des?” soll Kaiser Ferdinand I. gesagt haben, als er am 13. März 1848 aus dem Fenster blickte und sah, dass die Bürger auf die Barrikaden stiegen, um gegen die rigiden Einschränkungen der demokratischen Freiheiten durch Staatskanzler Fürst Metternich zu protestieren. Wie Kaiser Ferdinand I. anno dazumal verhalten sich nun Medien und Politik, weil eine Gruppierung “Junge Tat” sich zu einer Lesung mit dem Rechtsextremisten (was immer das sein soll) Martin Sellner zum Thema Remigration im Oktober 2024 versammelt hatte. Die Versammlung fand in einem Gasthaus in Feldkirch statt. Dass die Migration, besonders die illegale, ein derzeit großes und ungelöstes Problem darstellt, steht wohl außer Frage. Besonders hysterisch wegen dieser Veranstaltung agieren nun Grüne (Tomaselli) und SPÖ (Einwallner) mit parlamentarischer Anfrage und Forderung eines Rechtsausschusses, was mich nachdenklich werden lässt. Wenn in unserer Nachbarschaft demokratische Rechte eingeschränkt werden (BRD – Stürmen einer Veranstaltung durch Polizei, Schweiz – Einreiseverbot), muss uns das egal sein. Nicht egal kann es uns sein, wenn sich bei uns derartige Tendenzen abzeichnen. Demokratische Grundrechte wie Versammlungs-, Rede- und Meinungsfreiheit müssen für alle und jedermann gelten.
Günther Wieser, Lochau