Hydro Nenzing wird grün

Die Konzerne Norsk Hydro und Orkla fusionieren. Nenzing wird aufgewertet.
nENZING. Hydro wird grün, und aus Hydro wird Sapa. Vorausgesetzt, die Wettbewerbsbehörden sind damit einverstanden. Aber von Anfang an: Norsk Hydro und das Unternehmen Sapa, ein Tochterunternehmen des ebenfalls norwegischen Orkla-Konzerns, der ansonsten sehr stark im Endverbraucher-Bereich verankert ist, sind bisher noch Konkurrenten. Beide Norweger wollen sich gegen den immer stärkeren Gegenwind in der Alu-Branche stemmen – gemeinsam. „Wir wollen das weltweit führende Unternehmen in der Weiterverarbeitung von Aluminium werden“, formulierten deshalb die Vorstände Svein Tore Hoisether (Sapa) und Svein Richard Brandtzæg (Hydro) im Herbst vergangenen Jahres bei der Bekanntgabe des 50/50-Joint-Ventures ihrer Unternehmen.
Nun prüfen die Wettbewerbsbehörden, und „auf oberster Ebene sind die Juristen und Rechtsanwälte dabei, die Voraussetzungen für den Zusammenschluss zu schaffen“, sagt Hydro- Nenzing-Chef Gerold Trommelschläger: „Bevor nicht alles abgesegnet ist, kann ich aber wenig sagen“, erinnert er an die internationalen Regeln, die bei solchen Fusionen gelten. Geben die Wettbewerbshüter grünes Licht, dann wechselt die Firma die Farbe von Blau auf Grün und den Namen auf Sapa.
Die Zeichen für den österreichischen Hydro-Ableger stehen gut: „Für Nenzing gibt es eine gute Lösung“, bekräftigt der Geschäftsführer des Unternehmens. Die Aussage des Chefs wird auch von Mitarbeitern geteilt: „Der Standort soll aufgewertet werden und künftig eine wichtige Rolle im Bereich Deutschland, Österreich, Schweiz spielen.“
Unterstrichen wird das durch große Investitionen am Standort: „15 Millionen Euro investieren wir heuer in eine neue Presse“, unterstreicht Trommelschläger die Intentionen des Konzerns. Trommelschläger, der Fusionen auch schon in amerikanischen Companies erlebt hat, spricht von einer „hohen Unternehmenskultur“ der Alu-Unternehmen, die bei einem Zusammenschluss rund 25.000 Menschen beschäftigen werden. Das Joint Venture betrifft jene Bereiche der Konzerne, die Aluminium nicht erzeugen, sondern weiterverarbeiten. Generell hat die Branche schwere Zeiten hinter sich. Im vergangenen Jahr setzte das Nenzinger Unternehmen rund zehn Prozent weniger um als 2011. Auch für heuer sieht Trommelschläger erst „ab Sommer“ Licht am Ende des Tunnels. Der Markt in Europa werde kleiner, dem gelte es gerecht zu werden. Bis dahin wird in Nenzing statt in vier nur in drei Schichten gearbeitet. Hoffnungsmärkte für Sapa, aber auch die größte Konkurrenz, ortet er in boomenden Märkten wie China und Indien.
Wir werden auch in Zukunft die Qualität forcieren.
Gerold Trommelschläger
Hydro Nenzing Fakten
» Firmengründung: 1972
» Muttergesellschaft: Norsk Hydro ASA, Oslo
» Stammkapital: 7.500.000 Euro
» Standorte: Nenzing (A): Management und Produktion; Bellenberg (D): Produktion
» Geschäftsführer: Gerold Trommelschläger
» Umsatz 2010: 252 Mill. Euro
» Umsatz 2011: 286 Mill. Euro
» Mitarbeiter: 447 gesamt
» Produktionsmenge 2011: ca. 61.000 Tonnen
» Exportanteil: 77%