Rankweil: Einigkeit über Nahversorgungsprojekt

Markt / 01.03.2013 • 22:18 Uhr
Sutterlüty-Gebäude sollen wie die Lebensmittel auch Regionalität widerspiegeln. Foto: sutterlüty schwarzach
Sutterlüty-Gebäude sollen wie die Lebensmittel auch Regionalität widerspiegeln. Foto: sutterlüty schwarzach

Sutterlüty präsentierte neue Pläne für Rankweil. Dafür gibt es nun politischen Konsens.

Rankweil. Die Pattstellung in der Diskussion um die Nahversorgung im Rankweiler Ortszentrum ist offenbar einer breiten Einigung auf politischer Ebene gewichen. Die Firma Sutterlüty präsentierte am Donnerstag abend allen politischen Fraktionen eine neue Variante ihrer Pläne für Rankweil. War zuerst geplant, den derzeitigen Standort von der Landammanngasse in die Stiegstraße zu verlegen und dazu einen kleineren Markt im Vinomna Center zu installieren, wird jetzt am Standort Landammanngasse, der sich in der Kernzone befindet und der bereits seit 1964 die Nahversorgung im Ortszentrum gewährleistet, zum „Sutterlüty-Flagshipstore“ ausgebaut.

Überzeugendes Konzept

Das Konzept überzeugte: Alle Fraktionen stimmten den Plänen zu. Das bestätigte auch der Bürgermeister der Marktgemeinde Rankweil, Martin Summer, im Gespräch mit den VN. „Damit sind alle Bedingungen erfüllt, man kann von einer Win-win-Situation sprechen.“ In der Stiegstraße wird der Vorarlberger Lebensmittelfilialist einen abgespeckten Markt errichten, der in diesem Gemeindegebiet die Nahversorgung gewährleistet. Statt der ursprünglich angedachten 1600 Quadratmeter wurde die Verkaufsfläche in den letzten beiden Jahren Schritt für Schritt auf nunmehr geplante 950 Quadratmeter verkleinert. Damit werden auch alle Wünsche der Anrainer erfüllt. Eine angedachte und von der Gemeinde geforderte Straßenneugestaltung „ob dem Stieg“ ist bei dieser Größe nicht mehr notwendig.

Sutterlüty ist damit ein Befreiungsschlag in der Nahversorgungsdebatte gelungen, in der es schien, als ob keine Lösung mehr zustande käme. Auch die Grüne Liste, bislang vehementer Gegner des Sutterlüty-Marktes in der Stiegstraße und seines „Satelliten“ im Vinomna Center, dem ein Lebensmittelmarkt zu dringend benötigten Kundenfrequenz hätte verhelfen sollen, zeigen sich zufrieden. Christoph Metzler: „Endlich finden unsere Bedenken Gehör“.

Keine Widmung erforderlich

Der neue Markt am alten Standort wird von Sutterlüty mit rund 1400 Quadratmeter geplant. Ihre Forderungen sieht auch die SPÖ erfüllt: Sie sorgte sich um die Nahversorgung des Unterdorfes, das im Falle der bisherigen Pläne ohne Nahversorger gewesen wäre. „Die Menschen, die unter der Bahn wohnen, hätten als nächste Nahversorger einzig die Märkte am Ortsrand gehabt“, freut sich auch SPÖ-Politiker Werner Nesensohn über die Wende in der Nahversorgungsdebatte.

Für den Bau in der Landammanngasse ist keine neue EKZ-Widmung erforderlich, bestätigt Bürgermeister Summer, der mit einem raschen Baubeginn rechnet. Vorausgesetzt, im Land wird zügig reagiert, aber davon gehe er aus, sagt Summer, der sich auch durch die Allparteien-Einigkeit bestätigt fühlt.

Der Sutterlüty-Markt im Kerngebiet wird für Rankweil noch wichtiger, als er es bisher war. Mit dem Gebiet „Bahnhof Nord“ hat die Marktgemeinde Großes vor. Hier soll ein Wohn- und Geschäftsviertel entstehen, das von Fachleuten mit dem Götzner Garnmarkt verglichen wird. Ein Nahversorger ist ein erster ganz wichtiger Mosaikstein für dieses Vorhaben, sind sich die Kommunalpolitiker einig.

Sutterlüty will beim Bau und im Sortiment gleichermaßen auf Regionalität setzen. Geschäftsführer Alexander Kappaurer: „Wir setzen auf regionale Handwerker und natürliche Materialien.“

Die neuen Pläne von Sutterlüty wurden von allen Fraktionen für gut geheißen. Ein sehr gutes Projekt.

Martin Summer, Bürgermeister

Nahversorgung neu

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