Volksbank: Gewinn trotz Millionen-Abschreibung

Markt / 13.03.2013 • 22:46 Uhr
Die letzten Jahre waren nicht einfach für die Volksbank Vorarlberg. Direktor Hamel hofft nun auf ruhigere Zeiten. Foto: VN/Bühler
Die letzten Jahre waren nicht einfach für die Volksbank Vorarlberg. Direktor Hamel hofft nun auf ruhigere Zeiten. Foto: VN/Bühler

Aufatmen bei der Volksbank Vorarlberg: Sie hat 2012 rund drei Millionen Euro verdient.

Rankweil. Anfang Februar sorgte eine Meldung der Vorarlberger Volksbank bei Kunden und den rund 9000 Genossenschaftern für Aufregung: Die Bank werde neuerlich durch einen außerordentlichen Abschreibungsbedarf der Österreichischen Volksbanken AG (ÖVAG) – dem gemeinsamen Spitzeninstitut aller Volksbanken – belastet. Nach einer „Hilfe“ von knapp neun Millionen Euro im Jahr 2011, die damals auch insgesamt für ein Minus in der Bilanz sorgte, ist jetzt klar, was die in Rankweil beheimatete Bank 2012 zahlen muss: Es sind nochmals etwa fünf Millionen Euro, die von Vorarlberg nach Wien überwiesen werden, damit die ÖVAG wieder auf die Beine kommt.

Viel Geld, ohne Frage. Aber es sei auch eine Frage der Verantwortung gewesen, dem Spitzeninstitut beizustehen, betonte der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Vorarlberg, Gerhard Hamel, im Gespräch mit den VN. Die ÖVAG-Abschreibung habe geschmerzt und auch Sub­stanz gekostet, an der guten Stellung der Volksbank auf dem Vorarlberger Markt habe sich aber dadurch nichts geändert.

Alle österreichischen Volksbanken haben die ÖVAG insgesamt mit 234 Mill. Euro alimentiert, der Staat stützte das Instut mit 250 Millionen Euro. Hamel ist zuversichtlich, dass die ÖVAG nun auf dem richtigen Weg ist. „Das jetzige Führungsteam packt die wichtigen Dinge an, wir haben sehr gute Gespräche geführt“, hofft er darauf, dass der Finanzbedarf des schwächelnden Volksbank-Riesen nun endlich gedeckt ist.

920 neue Genossenschafter

Die Volksbank Vorarlberg hat – und das ist die gute Nachricht – trotz aller Widrigkeiten und eines schwierigen Marktumfelds im vergangenen Jahr ein deutlich positives Ergebnis erzielt. Das vorläufige Konzernergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit beträgt für das vergangene Jahr etwas über drei Millionen Euro, freut sich ein sichtlich erleichterter Gerhard Hamel, der Anfang Februar zwar versuchte, trotz der drohenden Zahlung gute Stimmung zu machen, aber erst jetzt aufatmen kann.

Nicht nur die Geschäftszahlen lassen den Banker zuversichtlich in die Zukunft schauen. Die Volksbank Vorarlberg habe einen riesigen Vertrauensbeweis erhalten: „Im letzten Jahr bis heute gab es in unserer Genossenschaft einen Zuwachs von 920 neuen Mitgliedern und einen Zuwachs von neuen Geschäftsanteilen im Umfang von über 50 Prozent.“ Bei rund 9000 Genossenschaftsmitgliedern ist dieses Plus von rund zehn Prozent in der Tat außergewöhnlich und ein klares Bekenntnis zur größten Volksbank Österreichs.

Im kommenden Jahr werde sich das Rankweiler Institut auf seine Stärken besinnen und neben den Privatkunden jene aus der mittelständischen Wirtschaft intensiv betreuen, so Vorstandschef Gerhard Hamel abschließend. Für die Wirtschaft wurden im vergangenen Jahr 180 Millionen Euro an Krediten zur Verfügung gestellt.

Wir unterstützten die ÖVAG, weil man seine Familie nicht im Stich lässt.

Gerhard Hamel, Volksbank

Volksbank Vorarlberg

» Genossenschaft: rund 9000 Mitglieder, 2012: plus 920 Mitglieder, Geschäftsanteile: plus 50 Prozent

» Konzernergebnis: 3 Mill. Euro (vorläufig)

» Beschäftigte in Vorarlberg: 404