Selbstanzeige tut gar nicht so weh

Markt / 05.04.2013 • 19:32 Uhr
Die Liechtensteinische Landesbank ist ein sicherer Hort in einer unsicheren Bankenlandschaft, sagt Vorstand Robert Löw. Foto: Shourot
Die Liechtensteinische Landesbank ist ein sicherer Hort in einer unsicheren Bankenlandschaft, sagt Vorstand Robert Löw. Foto: Shourot

Während Österreichs Finanzministerin auf Millionen hofft, streiten die Treuhänder.

Schwarzach. Robert Löw hat eine schöne Aufgabe – einerseits. Denn er ist Mitglied im Vorstand der Liechtensteinischen Landesbank (Österreich) AG. Er vertritt also eine Bank, die ausschließlich vorbildliche Zahlen präsentiert. Triple-A ist selbstverständlich, ein Kundenvermögen von 48,1 Milliarden Franken, Hauptsitz in Vaduz, Standorte in Zürich, Wien, Abu Dhabi und Dubai. Das Unternehmen beschäftigt insgesamt über 1123 Mitarbeiter – auch die Jobs sind krisensicher.

Er hat aber auch eine schwierige Aufgabe. Er muss allen und jedem erklären, dass das kleine Fürstentum längst nicht mehr zu jenen Staaten gehört, die die internationale Gemeinschaft schädigen, die Vermögen – egal ob legal erworben oder betrügerisch beiseite geschafft, wirksam verstecken. Denn Liechtenstein hat inzwischen 35 bilaterale Steuerabkommen unterzeichnet, die die Tresore so hell ausleuchten wie noch nie in den letzten Jahrzehnten. Das Steuerabkommen mit Österreich etwa, das die Finanzministerin unseres Landes, Maria Fekter, bereits frohlocken lässt, ist allerdings für Liechtensteiner Treuhänder nach wie vor ein Ärgernis, denn das Abkommen wurde ohne tiefere Konsultationen mit den Experten für Stiftungen abgeschlossen und sieht eine grobe Benachteiligung (aus Sicht von etlichen Rechtsexperten und natürlich der Treuhänder) vor. Die liechtensteinische Stiftung werde bei der Eingangssteuer nämlich massiv diskriminiert, obwohl Österreich mit Liechtenstein zugleich die Amts- und Vollstreckungshilfe vereinbart habe. Dies könnte gegen europäisches Vertragsrecht verstoßen. Liechtenstein ist ja Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums EWR. Das EWR-Abkommen regelt, dass der Kapitalverkehr zwischen Mitgliedstaaten (somit auch die Gründung einer Stiftung in Liechtenstein durch einen Österreicher) keiner Diskriminierung aufgrund der Staatsangehörigkeit, des Wohnorts oder des Anlageortes unterliegen darf.

Banker Löw ist im Gespräch mit den VN jedoch guter Dinge, dass das Abkommen die Hürde nimmt. In Vorarlberg weilte der Banker, um Kunden und Interessenten über die neue Situation zu informieren. Und das bedeutet zuerst Information, wie mit in Liechtenstein gebunkertem Geld umzugehen ist.

Wie nun wird österreichisches Geld auf Liechtensteiner Konten ordentlich deklariert? „Es gibt die Einmalabgeltung, die wie die Abführung der abzugeltenden Quellensteuer absolut anonym erfolgt.“ Das sei dann relativ teuer. „Und es gibt die Möglichkeit der Selbstanzeige, das kostet zwischen sieben und zehn Prozent. Dann ist aber die Vergangenheit erledigt, erklärt Löw.

Und die Zukunft? Sieht er rosig. Denn Liechtenstein sei eben ein absolut sicherer Bankplatz, der in Zeiten der Krise, in Zeiten, wo Offshore-Bankplätze krachen und Stiftungsdaten quer durch die Welt verschickt werden, ein sicherer Hort ist. Und ob eine Liechtensteiner oder österreichische Stiftung sinnvoller sei, erfuhren die Vorarlberger Anleger an diesem Abend ebenfalls.

Liechtenstein ist ein absolut sicherer Bankplatz mit inzwischen 35 bilateralen Steuerabkommen.

Robert Löw