Seestadt: Baustart lässt bis 2014 auf sich warten

Markt / 22.04.2013 • 21:04 Uhr
Von der Vision zur Umsetzung kann es dauern. Die Seestadt mit ihren gewerblichen und privaten Nutzungsbereichen werde Bregenz auf Jahrzehnte hinaus prägen, da müsse sehr akribisch geplant werden.
Von der Vision zur Umsetzung kann es dauern. Die Seestadt mit ihren gewerblichen und privaten Nutzungsbereichen werde Bregenz auf Jahrzehnte hinaus prägen, da müsse sehr akribisch geplant werden.

Auf ein halbes Jahr kommt es jetzt nicht mehr an. Seestadt-Spatenstich erst 2014.

Bregenz. „Es geht um Monate, nicht um Jahre“, erklärt Prisma-Vorstand Bernhard Ölz. Eigentlich sollten im Herbst die Bagger in der Bregenzer Seestadt auffahren, das wird sich aber wohl nicht ausgehen. Jetzt soll es Anfang 2014 werden. „Es war uns klar, dass unsere Zeitvorgabe sehr ambitioniert war“, erklärt der Immobilienentwickler im Gespräch mit den VN. Es ginge hier immerhin um ein Projekt, das die Landeshauptstadt nachhaltig und zwar „auf mindestens hundert Jahre prägt“, da komme es auf diese Verschiebung nicht drauf an. Aber sonst sei bei dem 100 Millionen-Euro-Projekt alles im Plan.

Anregungen werden gehört

Von Branchenkennern vermutete Meinungsunterschiede mit dem zweiten großen Gesellschafter der Seestadt-Bregenz-GmbH, der JDL Leasing der Familie Drexel sowie der Spar European Shopping Centers GmbH (SES) dementiert Ölz. Man habe Woche für Woche eine gemeinsame Sitzung, um das Projekt in die Gänge zu bekommen. Man müsse jetzt alles ordentlich klären, damit es beim Bau keine Verzögerungen mehr gebe. Und auch die SES will dazu nicht mehr sagen. Die größte österreichische Shopping-Center-Entwicklungs- und Betreibergesellschaft mit Sitz in Salzburg, die das Projekt seitens der Familie Drexel und natürlich im eigenen Interesse begleitet, will den Worten des Prisma-Chefs nichts mehr hinzufügen, so die Kommunikationschefin des SES, Claudia Streitwieser-Schinagl. Für Bürgermeister Markus Linhart ist wichtig, dass die Anregungen aus dem Rathaus bei den Planern Gehör finden. Es sei Bedacht darauf zu nehmen, dass die Verkehrssituation in der Bahnhofstraße umfassend gelöst werde, so Linhart, das heiße für Individualverkehr, Öffis sowie Fußgänger und Radfahrer und die Laderampe für die in der Seestadt projektierten Geschäfte.

Die Eckpunkte der von den Bürgern und dem Planungsbeirat festgelegten Seestadt-Projektierung würden selbstverständlich eingehalten, entgegnet der Bürgermeister Kritikern, die nach dem Ausstieg der Architekten Elmar Ludescher und Phillip Lutz befürchten, dass nun ein völlig neues Projekt entstehe. „Das muss in zwei Stadtvertretungssitzungen genehmigt werden“, so Linhart.

Seestadt – die Besitzer

‚Seestadt Bregenz‘ Besitz- und Verwaltungsgesellschaft mbH

» „Hypo-Rent“ Leasing- und Beteiligungsgesellschaft mbH (20 %)

» „JDL“ Leasinggesellschaft mbH
(30 %), im Besitz der Familie Drexel

» CB Investment GmbH (40 %), im Besitz der Prisma

» SES Spar European Shopping Centers GmbH (10 %)

Geschäftsführer

» Fischer Reinhard

» Mag. Emmerich Schneider